Industrieschrauben werden in verschiedenen Formen und Normen hergestellt. Stahllegierungen besitzen eine sehr hohe Fähigkeit, durch Wärmebehandlung sehr hohe Spannungen aufzunehmen, weshalb sie bei der Herstellung von Stahlschrauben für Industrieanlagen bevorzugt werden. Ferrolegierungsstähle weisen einen mäßig hohen Kohlenstoffgehalt und deutlich bessere Eigenschaften als reines Eisen auf, das sehr weich ist. Neben Kohlenstoff enthalten Stahllegierungen natürlich auch stabilisierende Elemente wie Mangan, Silizium, Schwefel, Phosphor und mitunter auch Vanadium (Vanadium wird Stahllegierungen zugesetzt, die elastische Eigenschaften erfordern).
In der Bauindustrie werden Konstruktionsschrauben und -muttern häufig für den Bau von Hallen, Brücken, Dämmen und Kraftwerken eingesetzt. Die Verbindung von Stahlplatten und -trägern erfolgt abwechselnd mit dem Schweißen von Metallen, also entweder mit Konstruktionsschrauben oder durch Lichtbogenschweißen mit Elektroden. Jede Verbindungsmethode hat ihre Vor- und Nachteile, die wir im Folgenden näher betrachten werden.
Die in Trägerverbindungen verwendeten Konstruktionsschrauben bestehen aus hochfestem Stahl, typischerweise der Güteklasse 10.9. Güteklasse 10.9 bedeutet, dass die Zugfestigkeit der Konstruktionsschraube etwa 1040 N/mm² beträgt und sie bis zu 90 % der auf den Schraubenkörper wirkenden Gesamtspannung im elastischen Bereich ohne bleibende Verformung aufnehmen kann. Im Vergleich zu Gusseisen der Güteklassen 4.8, 5.6 und 8.8 weisen Konstruktionsschrauben eine höhere Zugfestigkeit auf und erfordern eine aufwendigere Wärmebehandlung in der Produktion.
Im Gegensatz zu Standard-Sechskantschrauben und -muttern werden diese nach DIN 931 als Halb- oder Vollsechskantmuttern und nach DIN 933 als Vollsechskantmuttern gefertigt. Sechskantschrauben sind einfach und werden üblicherweise nach DIN 6914 hergestellt. Die Verbindungsmuttern für Konstruktionsschrauben sind ebenfalls dicker und höher als Standard-Sechskantmuttern nach DIN 934 und weisen eine höhere Belastbarkeit auf. Sie werden nach DIN 6915 gefertigt. Die Schrauben dieser Konstruktion sind mit 10HV gekennzeichnet und in der Regel mattschwarz phosphatiert, um einen besseren Korrosionsschutz zu gewährleisten, oder feuerverzinkt bzw. tiefverchromt-matt-silber, jeweils mit einer metallischen Oberfläche. Sie werden in Zink eingesetzt und bieten eine gute Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen.
Veröffentlichungsdatum: 13. Juni 2022





